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Medizinisches Diagnostik- und Servicezentrum


Labordiagnostik

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Kaum Evidenz für Schilddrüsenfunktionsscreening im Labor

Etwa 5% der Bevölkerung haben eine unentdeckte subklinische Schilddrüsenfunktionsstörung und ca. 0.5% eine manifeste nicht diagnostizierte Schulddrüsenerkrankung. In einer Metaanalyse wurde untersucht, ob die Evidenzlage ein laborchemisches Schilddrüsenscreening rechtfertigt.

Es gibt keine einzige Studie, die Screening im Vergleich zu Nicht-Screening in ihren positiven und allenfalls negativen Auswirkungen auf den Patienten einem direkten Vergleich unterzieht.

In einer retrospektiven Kohortenstudie mit durchschnittlicher wisssenschaftlicher Qualität wurde gezeigt, dass die Behandlung der subklinischen Hypothyreose das Risiko eines KHK Ereignisses senkt. Die Effekte auf den Lipidstoffwechsel waren in verschiedenen Studie sehr inkonsistent.

Die Autoren der U.S. Preventive Services Task Force (USPSTF) ziehen die Schlussfolgerung, dass die Datenlage derzeit unzureichend ist, um bei nicht symptomatischen nicht schwangeren Erwachsenen ein Schilddrüsenscreening uneingeschränkt empfehlen zu können und dass mehr Studien zu diesem Thema notwendig sind.

Screening and Treatment of Thyroid Dysfunction: An Evidence Review for the U.S. Preventive Services Task Force. Ann Intern Med. 2015;162:35-45