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Medizinisches Diagnostik- und Servicezentrum


IgG Quotient Liquor/Serum

ANFORDERUNGSKÜRZEL: QIGG (IGGLIQ+QIGGR+IGGS+ALBLIQ+QALBR+ALBUS+INDEX)
LABORINTERNE FUNKTIONSGRUPPE: Liquorpunktion
LABORPROFILE:
- Punktat
- Punktat - Liquorpunktion
NOTFALLPARAMETER:
Ja (Anforderung täglich 24h möglich).
ALLGEMEIN:
Der Liquorraum ist vom Blutkompartiment durch die Blut-Liquor-Schranke getrennt. Die Durchlässigkeit für Blutbestandteile ist umso geringer, je größer die Moleküle sind. Höhermolekulare Stoffe, wie Albumin und Immunglobuline, treten bei gestörter Schrankenfunktion (erhöhte Permeabilität, z.B. bei Entzündungen, Tumoren) vermehrt in den Liquorraum über. Andererseits können Immunglobuline, z.B. als Reaktion auf eine zerebrale Infektion, auch lokal im Liquorraum gebildet werden.Bei vermehrtem Gesamt-Eiweiß-Gehalt im Liquor ist es also differentialdiagnostisch von Bedeutung, ob eine reine Schrankenstörung vorliegt oder auch eine intrathekale Ig-Produktion (und damit meist eine lokale ZNS- Infektion).
INDIKATION:
Vermehrung des Gesamt-Eiweiß im Liquor.
MESSPARAMETER: Quotient Liquor-IgG/Serum-IgG (Rechenparameter).
UNTERSUCHUNGSMATERIAL:
- 3 sterile Liquor-Röhrchen mit jeweils 2-3 ml frischem Liquor
- 1 Serum-Röhrchen (rot)
DURCHFÜHRUNG:
Patient nicht nüchtern, Punktionsstelle gründlich desinfizieren, Punktion mit sterilen Handschuhen durchführen. jeweils 2-3ml Liquor in drei gelben Liquor-Röhrchen auffangen (Beschriftung I-III), diese sofort verschließen und möglichst umgehend ins Labor bringen. Anforderung über EDV.
LABOR:
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BEWERTUNG:
Eine vermehrte Eiweißkonzentration im Liquor ist ein unspezifisches Zeichen füreinen pathologischen Prozeß im ZNS. Die Identifizierung und Quantifizierung intrathekal gebildeter Immunglobuline (Diagramm oder Berechnung), erlaubt die Unterscheidung von ZNS-Prozessen mit reiner Schrankenstörung (überwiegend nicht entzündlich) und solchen mit lokaler Immunantwort (überwiegend entzündlich). Eine reine Schrankenstörung mit Vergrößerung des Quotienten Liquor- IgG/Serum-IgG kommt vor: 1. bei viralen Infekten (ab etwa 2. Krankheitswoche bei Herpes simplex, FSME, HIV, Masern, Röteln, VZV, CMV, Coxackie-V, Mumps, EBV, Poliomyelitis), 2. beibakteriellen und mykotischen Infektionen (bei verspätetem Therapiebeginn oder subakutem Verlauf: insbesondere Neuroborreliose, Neurosyphilis, tuberkulöse Meningitis, Hirnabszeß), 3. bei chronisch entzündlichen Prozessen (MS, SSPE), 4. bei Protozoen (Toxoplasmose, meist opportunistisch bei AIDS), 5. bei Tumoren (Lymphom, Dysgerminom, Meningealkarzinose, Hirnmetastasen).
LOINC:
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