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Medizinisches Diagnostik- und Servicezentrum


HLA-Typisierung

ANFORDERUNGSKÜRZEL: L-HLAAG
LABORINTERNE FUNKTIONSGRUPPE: Immunologie
LABORPROFILE:
- Molekulardiagnostik
NOTFALLPARAMETER:
Nein
ALLGEMEIN:
Die immunologische Individualität eines höher entwickelten Organismus wird von der Fähigkeit geprägt, immunologisch zwischen selbst und nicht selbst zu unterscheiden. Um das zu erreichen, exprimieren die Körperzellen membranständige Strukturen, die individualspezifisch und variabel sind. Neben spezifischen Rezeptoren auf T-Lymphozyten und den von B-Lymphozyten produzierten Immunglobulinen, sind die Glykoproteine des Haupthistokompatibilitätskomplexes (MHC) von Belang. Diese Proteine werden auf dem kurzen Arm des Chromosom 6 kodiert und sind durch einen ausgeprägten genetischen Polymorphismus charakterisiert. Die durch diesen Genkomplex kodierten sog. humanen Leukozyten-Antigene (HLA) werden in Klasse I ("klassische" HLA-Loci A, B, C sowie "nicht-klassische" HLA-Loci E-H), Klasse II Antigene (HLA-Locus D auf B-/T-Zellen, Makrophagen) sowie Klasse III Antigene (im Serum oder Plasma befindliche Komplement-Faktoren) eingeteilt.
INDIKATION:
HLA-Typisierung von Spender und Empfänger im Rahmen einer Transplantation (Knochenmark, Organ) oder Transfusion. Bestimmung einzelner HLA-AG, die mit bestimmten Erkrankungen assoziiert sind (M. Bechterew, M. Reiter, versch. Arthritis-Formen, Diabetes mellitus, Zöliakie, Glomerulonephritis, Kollagenosen usw.)
MESSPARAMETER: HLA-Typisierung
UNTERSUCHUNGSMATERIAL:
- keine besondere Behandlung (nicht zentrifugieren)
- 2 Serum-Röhrchen (rot)
- 1 EDTA-Röhrchen GROß (lila)
DURCHFÜHRUNG:
Patient nicht nüchtern, Anforderung über EDV und mittels Begleitschreiben (Klinik und Fragestellung angeben).
LABOR:
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BEWERTUNG:
Host-versus-graft-Reaktion: Die Transplantatabstoßung wird in erster Linie durch zytotoxische T-Zellen verursacht, die das fremde HLA-Antigen erkennen. Aber auch zytotoxische Antikörper können bei der Abstoßung beteiligt sein. Je identischer die HLA-Antigene bei Empfänger und Transplantat sind, desto geringer fällt die Abstoßungsreaktion aus.Graft-versus-host-Reaktion: Die Transplantation immunkompetenter Lymphozyten von einem Spender auf einen genetisch unterschiedlichen Empfänger, dessen Immunsystem aus verschiedenen Gründen nicht in der Lage ist, auf das Transplantat zu reagieren (z.B. Knochenmarksempfänger nach vorheriger Zerstörung seines eigenen Marks durch Bestrahlung), kann zur GvH führen. Die Spender-Lymphozyten reagieren mit den Gewebeantigenen des Empfängers.Assoziation zwischen HLA und Krankheitsdisposition: Es besteht eine deutlicher Zusammenhang mancher HLA-Typen mit bestimmten Erkrankungen. Diagnostisch genutzt wird z.B. die Assoziation von HLA- B27 und M. Bechterew (siehe auch Indikation).
LOINC:
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