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Medizinisches Diagnostik- und Servicezentrum


Rivaroxaban (Direkter-Xa-Inhibitor-Assay)

ANFORDERUNGSKÜRZEL: L-RIVA
LABORINTERNE FUNKTIONSGRUPPE: Gerinnung speziell
LABORPROFILE:
- Gerinnung
- Gerinnung speziell
NOTFALLPARAMETER:
Anforderung 24 h möglich, außerhalb der Laboröffnungszeiten nach Rücksprache.
ALLGEMEIN:
Der direkte Xa-Inhibitor Assay ist ein chromogener Gerinnungstest zur quantitativen Bestimmung von direkten Faktor Xa Inhibitoren wie Rivaroxaban (Xarelto) im Citratplasma. Die Bestimmung von Rivaroxaban beruht auf der Hemmung einer konstanten Menge zugesetzten Faktor Xa durch den zu messenden direkten Xa-Inhibitor und anschließender Spaltung eines Faktor Xa-spezifischen chromogenen Substrates durch den restlichen Faktor Xa. Dabei wird ein Farbstoff aus dem chromogenen Substrat freigesetzt, dessen Menge mit der Faktor Xa-Restaktivität korreliert. Die Farbentwicklung wird bei 405 nm gemessen und ist indirekt proportional zur Konzentration des direkten Xa-Inhibitors in der Probe. Dieser Test ist unempfindlich gegen indirekte Faktor Xa Aktivitäten im üblichen therapeutischen Bereich, somit gibt es keine Interferenzen mit UFH, LMWH und Fondaparinux.
Rivaroxaban ist derzeit zur Prophylaxe der venösen Thromboembolie nach hüft- und knieendoprothetischen Operationen (10 mg einmal täglich, beginnend 6-10h postoperativ), zur Therapie der venösen Thromboembolie und Lungenembolie (15 mg zweimal täglich in den ersten 3 Wochen, danach einmal täglich 20 mg), zur Prophylaxe von rezidivierenden tiefen Venenthrombosen und Lungenembolien bei Erwachsenen (20 mg einmal täglich) sowie zur Prophylaxe von Schlaganfällen bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern (20 mg einmal täglich bei normaler Nierenfunktion) zugelassen.
INDIKATION:
Es ist kein routinemäßiges Gerinnungs-Monitoring für Rivaroxaban vorgesehen, allerdings gibt es im klinischen Alltag immer wieder Situationen, in denen die Bestimmung von Rivaroxaban notwendig ist (z.B. akute chirurgische Eingriffe oder andere invasive Interventionen, Blutungen, thromboembolische Ereignisse). Rivaroxaban wird sowohl renal als auch fäkal ausgeschieden, es kann so bei Einschränkungen der Nieren- bzw. Leberfunktion zu einer Akkumulation kommen.
MESSPARAMETER: Rivaroxaban.
UNTERSUCHUNGSMATERIAL:
- tiefgefrohren
- Citratröhrchen
DURCHFÜHRUNG:
Patient nicht nüchtern, Anforderung über EDV. Die Blutabnahme für den Rivaroxaban Spitzenspiegel sollte etwa 2h nach Einnahme von Rivaroxaban (Xarelto) erfolgen und die Abnahme für den Talspiegel sollte vor der nächsten Einnahme von Rivaroxaban erfolgen. Es ist die Angabe der Dosierung und der Uhrzeit der letzten Medikamenteneinnahme erforderlich.
LABOR:
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BEWERTUNG:
Im Steady state (nach 2-3 Tagen) beträgt die mittlere maximale Rivaroxaban-Plasmakonzentration (Spitzenspiegel) etwa 2h nach Einnahme von 10 mg Rivaroxaban 1xtäglich 125 ug/l (91 bis 196 ug/l, 5. bis 95. Perzentile). Die am Ende des Dosierungsintervalls (d.h. 24h nach der letzten 10 mg Rivaroxaban-Dosis) gemessene minimale Rivaroxaban-Plasmakonzentration (Talspiegel) beträgt 9 ug/l (1 bis 138 ug/l, 5. bis 95. Perzentile). Bei einer Einnahme von 20 mg Rivaroxaban 1xtäglich beträgt der Rivaroxaban Spitzenspiegel nach 2h 290 ug/l (177 bis 499 ug/l, 5. bis 95. Perzentile) und der Talspiegel vor der nächsten Einnahme (24h nach der letzten 20 mg Rivaroxaban-Dosis) beträgt 32 ug/l (5 bis 155 ug/l, 5. bis 95. Perzentile).
LOINC:
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