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Medizinisches Diagnostik- und Servicezentrum


Beta 2 Mikroglobulin/Sammelharn

ANFORDERUNGSKÜRZEL: B2MIH
LABORINTERNE FUNKTIONSGRUPPE: Proteindiagnostik
LABORPROFILE:
NOTFALLPARAMETER:
Nein (Anforderung werktags 7:00-15:00 Uhr möglich).
ALLGEMEIN:
Beta 2-Mikroglobulin ist das Leichtkettenprotein der HLA-I-Antigene und somit auf allen kernhaltigen Körperzellen vorhanden. Es ist außerhalb der Zellmembran gelegen und durch keine kovalente Bindung mit der Schwerkette des HLA-Klasse-I-Antigens verbunden. Hauptsächlicher Syntheseort ist das lymphatische System, daherkommt es bei Erkrankungen mit erhöhter Proliferationsrate lymphozytärer Zellen zu erhöhter Beta 2-Mikroglobulin-Konzentration im Serum. Beta 2-Mikroglobulin wird glomerulär filtriert und zum Teil tubulär rückresorbiert. Eine Einschränkung der glomerulären Filtrationsrate führt daher zu erhöhten Serumkonzentrationen. Außerdem ist Beta 2-Mikroglobulin bei allen Erkrankungen mit Aktivierung des Immunsystems erhöht.
INDIKATION:
Erkennung akut-toxischer Tubulusschädigung (z.B. bei Aminoglykosidnephropathie).
MESSPARAMETER: Beta 2-Mikroglobulin Konzentration im 6 h-Sammelharn.
UNTERSUCHUNGSMATERIAL:
- siehe Durchführung)
- keine besondere Behandlung (während Sammlung Einstellen des pH auf 7-8
- 6 h-Sammelharn
DURCHFÜHRUNG:
Patient nicht nüchtern. Beta 2-Mikroglobulin wird bei pH < 6.0 in einem Zeitraum von 2 h denaturiert, auch in der Blase. Es ist deshalb immunchemisch nicht mehr bestimmbar. Untersuchungen des Urins sollten deshalb nicht im ersten Morgenurin (gewöhnlich pH < 6.0), sondern im Tages-Sammelharn erfolgen. Der pH-Wert des Sammelharnes muß nach jeder neuen Harnportion kontrolliert und, falls erforderlich, mit einigen Tropfen 1N Natronlauge alkalisiert werden. Wenn sich das Indikatorpapier grün bis grün/blau verfärbt, ist der gewünschte pH-Wert zwischen 7 und 8erreicht (Natronlauge und pH-Indikatorpapier in der Haus-Apotheke erhältlich). Anforderung über EDV.
LABOR:
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BEWERTUNG:
Die Konzentration von Beta 2-Mikroglobulin im Serum und die Ausscheidung im Urin liefern nur verwertbare Aussagen, wenn klinisch fest umrissene Fragestellungenbestehen und zuvor abgeklärt wurde, daß keine weiteren Erkrankungen vorliegen, die die Bildung oder Ausscheidung von Beta 2- Mikroglobulin zusätzlich beeinflussen, z.B. keine lymphoide Neoplasie, wenn die GFR abgeschätzt werden soll oder keine auftetende Niereninsuffizienz bei der Therapiekontrolle lymphoider Neoplasien. Bei konstanten Serumwerten spricht ein akuter Anstieg der absoluten oder fraktionellen Ausscheidung von Beta 2-Mikroglobulin für eine tubuläre Schädigung. Bei Serum-Konzentrationen > 6 mg/ml kann die tubuläre Reabsorptionskapazität überschritten werden und die Ausscheidungswerte im Urin sind bezugnehmend auf eine tubuläre Schädigung nicht mehr sicher interpretierbar.
LOINC:
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