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Medizinisches Diagnostik- und Servicezentrum


Oligoklonale Banden/Liquor+Serum

ANFORDERUNGSKÜRZEL: L-OLIGO
LABORINTERNE FUNKTIONSGRUPPE: Liquorpunktion
LABORPROFILE:
- Punktat
- Punktat - Liquorpunktion
NOTFALLPARAMETER:
Ja
ALLGEMEIN:
Kleine lokale IgG-Fraktionen im Liquor sind mit Diagrammen und Formeln nicht sicher erfaßbar, da die als Bezugspunkt dienende Obergrenze des Referenzbereiches nicht exakt definiert werden kann. Die isoelektrische Fokussierung hingegen erlaubt eine qualitative Auftrennung der IgG-Moleküle in Fraktionen entsprechend ihrer Antigenspezifität (oligoklonales Muster). Bei einer Schrankenstörung findet sich im Liquor und im Serum das gleiche oligoklonale Muster. Klonale IgG-Fraktionen, die nur im Liquor nachweisbar sind und nicht im Serum, entsprechen einer lokalen IgG-Synthese. Diese Methode ist sehr empfindlich und erlaubt die Erkennung lokaler IgG-Fraktionen von weniger als 10-20% des Liquor-Gesamt-IgG.
INDIKATION:
V.a. Multiple Sklerose.
MESSPARAMETER: Nachweis oligoklonaler Banden im Liquor.
UNTERSUCHUNGSMATERIAL:
- ein Heparinröhrchen
- 3 sterile Liquor-Röhrchen mit jeweils 2-3 ml frischem Liquor
- 1 Serum-Röhrchen (rot)
DURCHFÜHRUNG:
Patient nicht nüchtern, Punktionsstelle gründlich desinfizieren, Punktion mit sterilen Handschuhen durchführen. jeweils 2-3ml Liquor in drei gelben Liquor-Röhrchen auffangen (Beschriftung I-III), diese sofort verschließen und möglichst umgehend ins Labor bringen. Anforderung über EDV.
LABOR:
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BEWERTUNG:
Eine vollständige Zusammenfassung zur Interpretation von IgG-IEF-Bandenmustern ist von M. Andersson et al. (J Neurol Neurosurg Psychatry 1994) in der Literaturbeschrieben. Die IgG-Banden werden bei dieser Methode als rot-braune Banden aufeiner Membran sichtbar. Die Interpretation beruht dabei auf dem Vergleich der Serum- und Liquorproben eines Patienten. Verschiedene Krankheitsbilder zeigen dabei monoklonale oder oligoklonale Banden. Patienten mit Multipler Sklerose zeigentypischerweise oligoklonale IgG-Banden im Liquor aber nicht im Serum. Dabei solte die Interpretation der Bandenmuster immer nur unter Berücksichtigung des klinischen Gesamtbildes des Patienten erfolgen.
LOINC:
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