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Medizinisches Diagnostik- und Servicezentrum


Prolaktin

ANFORDERUNGSKÜRZEL: L-PROL
LABORINTERNE FUNKTIONSGRUPPE: Sexualhormone
LABORPROFILE:
- Hormone
- Hormone - Sexualhormone
- Hormone - Sexualhormone Infertilitätsabklärung / weiblich
NOTFALLPARAMETER:
Nein
ALLGEMEIN:
Beim humanen Prolaktin handelt es sich um ein einkettiges Peptidhormon mit 198 Aminosäuren, 3 Disulfidbrücken und einem Molekulärgewicht von ca. 23 kD. Von pathophysiologischer Bedeutung ist ausschließlich die gesteigerte Prolactin-Sekretion, die Hyperprolaktinämie. Für die Hyperprolaktinämie- Diagnostik genügt es in der Regel die basale Prolaktin-Konzentration zu bestimmen. Funktionstests wie die Stimulation mit TRH oder Metocolopramid haben haben nur geringe, Supression mit L-Dopa oder Bromocriptin haben keinerlei diagnostische und klinisch-therapeutische Bedeutung. Es besteht eine eindeutige Geschlechtsabhängigkeit der Hyperprolaktinämie. Sie ist bei der Frau sechsmal so häufig wie beim Mann. Die klinische Symptomatik der Hyperprolaktinämie geht aus den unter Indikationen aufgelisteten Krankheitsbildern hervor.
INDIKATION:
Frauen: Amenorrhoe, Oligomenorrhoe, anovulatorische Zyklen, Corpus luteum-Insuffizienz, Galaktorrhoe, Mastodynie, Mastopathie, Virilisierungserscheinungen, erste Hormonanalyse bei der Abklärung der weiblichen Sterilität, Therapiekontrolle beim Abstillen, sonstige hypophysäre und hypothalamische Erkrankungen. Männer: Libidostörungen, Potenzstörungen, Hypogonadismus mit und ohne Gynäkomastie, Galaktorrhoe, sonstige hypophysäre und hypothalamische Erkrankungen.
MESSPARAMETER: Prolaktin-Konzentration.
UNTERSUCHUNGSMATERIAL:
- Serum-Röhrchen
DURCHFÜHRUNG:
Patient nicht nüchtern, Blutabnahme morgens (08.00h-10.00h), nicht nach gynäkologischer Untersuchung (Streß, Manipulation der Brustwarze), Anforderung über EDV.
LABOR:
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BEWERTUNG:
Prolaktin-Konzentrationen > 200 ng/ml sind fast immer beweisend für ein Prolaktinom, niedriger erhöhte Werte können aber ebenfalls durch ein Prolaktinom verursacht sein. Zur weiteren Abklärung dient neben der unbedigt notwendigen Medikamentenanamnese (Dopamin-Antagonisten und Katecholamin-Depletoren) und der Beurteilung der Schilddrüsenfunktion (basales TSH) die Untersuchung des Schädelbasisbereiches mit bildgebenden Verfahren. Sind die Prolaktin-Werte nur geringfügig erhöht oder im oberen Referenzbereich, empfiehlt sich bei entsprechender Klinik eine mehrmalige basale Prolaktin-Bestimmung. Sind dabei alle gemessenen Prolaktin-Werte im grenzwertigen Bereich, so ist bei entsprechender Klinik eine probatorische Therapie mit Dopamin-Agonisten gerechtfertigt. Zur Aufdeckung einer solchen latenten Hyperprolaktinämie wird von einigen Klinikern ein Prolaktin-Stimulationstest empfohlen.
LOINC:
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