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Medizinisches Diagnostik- und Servicezentrum


Blei

ANFORDERUNGSKÜRZEL: L-BLEI
LABORINTERNE FUNKTIONSGRUPPE: Medikamente (TDM) Toxikologie
LABORPROFILE:
- Medikamente (TDM) Toxikologie
NOTFALLPARAMETER:
Nein
ALLGEMEIN:
Spurenelement. Im menschlichen Organismus ist das Blei zu 90% an die Erythrozyten gebunden, wird im Knochen als Bleiphosphat deponiert und unterliegt einer dem Calzium vergleichbaren Verstoffwechselung. Blei hemmt mehrere Enzyme der Hämsynthese. Die akute Bleivergiftung ähnelt dem klinischen Bild einer akuten Porphyrie (Gastroenterokolitis, Koliken, Hämolyse, Leberversagen, Lähmungen). Bei chronischer Bleivergiftung entwickelt sich eine Anämie mit Schädigung motorischer Neurone von Nerven, die die obere Extremität versorgen. Eine genetische Komponente ist möglich. Diagnostische Hinweise sind eine vermehrte Delta-Aminolävulinsäure-Ausscheidung im Urin und erhöhte Bleispiegel.
INDIKATION:
Zur Abschätzung der Bleibelastung des Organismus bei bleiexponierten Personen (Beruf) und bei Patienten mit klinischer Symptomatik, die auf eine akute oder chronische Bleivergiftung hinweist.
MESSPARAMETER: Blei-Konzentration im Vollblut.
UNTERSUCHUNGSMATERIAL:
- wird nicht zentrifugiert (Vollblut einsenden)
- keine besondere Behandlung
- 1 EDTA-Röhrchen (lila)
DURCHFÜHRUNG:
Patient nicht nüchtern, Anforderung über EDV und mittels Begleitschreiben.
LABOR:
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BEWERTUNG:
Die Bleibestimmung im Vollblut (und im 24 h-Urin) ist der beste Parameter zur Beurteilung der Bleiexposition und/oder der Bleibelastung des Organismus. Erhöhte Bleiwerte im Blut bestätigen lediglich die vermehrte Bleiaufnahme, sie beweisen noch keine Bleivergiftung. So können einerseits bei Personen mit stärkerer Bleibelastung hohe Bleiwerte im Blut vorliegen, ohne daß Zeichen einer Intoxikation vorhanden sind. Andererseits kann eine kurzzeitige massive Bleiaufnahme akute Intoxikationserscheinungen verursachen, ohne daß es zu deutlich erhöhten Bleiwerten im Blut kommt. Weitere Laborbefunde, die für eine Bleivergiftung sprechen, beruhen auf bem Eingriff von Blei in die Hämoglobinsynthese. Bei Bleiwerten im Blut> 40 ug/dl fällt als erstes die Aktivität der Delta- Aminolävulinsäure-Dehydratase der Erythrozyten ab, daher nimmt die Ausscheidung von Delta- Aminolävulinsäure und Koproporphyrin im Urin zu. Erst bei sehr hohen Werten treten typische Veränderungen im Blutbild auf.
LOINC:
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