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Medizinisches Diagnostik- und Servicezentrum


Harnstoff/Plasma

ANFORDERUNGSKÜRZEL: HST bzw als Parallelbestimmung mit BUN/Plasma L-GBUN
LABORINTERNE FUNKTIONSGRUPPE: Niere
LABORPROFILE:
- Niere
NOTFALLPARAMETER:
Ja
ALLGEMEIN:
Harnstoff wird in der Leber als Endprodukt des Aminosäureabbaus aus NH3 und CO2gebildet und überwiegend renal in Abhängigkeit von der Diurese ausgeschieden. Im wesentlichen bestimmen 3 Faktoren die Höhe des Harnstoffwertes im Blut: Die renale Perfusion und damit die Menge des ausgeschiedenen Wassers (bei Diurese ist die Harnstoff-Rückdiffusion im distalen Tubulus gering), der Harnstoff-Bildungsrate (abhängig von der Eiweißzufuhr und der endogen abgebauten Eiweißmenge) und von der Größe der GFR (die dauerhafte Erhöhung des Serumharnstoffs spricht für eine wesentliche Einschränkung der GFR). Aufgrund der Abhängigkeit von den Faktoren renale Perfusion und Proteinzufuhr ist der Serumharnstoff nicht zur Diagnostikder Niereninsuffizienz bei der Erstuntersuchung geeignet, wohl aber zur Verlaufsbeurteilung bei stärkerer Einschränkung der GFR. Die Begriffe Harnstoff und BUNwerden in der medizinischen Diagnostik synonym verwendet, der BUN-Wert wird ausdem Harnstoff durch Multiplikation mit dem Faktor 0.46 berechnet.
INDIKATION:
Bei terminaler Niereninsuffizienz, da die urämischen Intoxikationszeichen, insbesondere die gastrointestinalen, gut mit der Harnstoff-Konzentration korrelieren. Bei Dialysepatienten, da die Harnstoffkonzentration repräsentativ für den Proteinabbau ist und einen Hinweis auf den metabolischen Status gibt.
MESSPARAMETER: Harnstoff Konzentration im Plasma.
UNTERSUCHUNGSMATERIAL:
- keine besondere Behandlung
- 1 Li-Heparin-Röhrchen (grün)
DURCHFÜHRUNG:
Patient nicht nüchtern, Anforderung über EDV.
LABOR:
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BEWERTUNG:
Routinemäßige Parallelbestimmung von Kreatinin und Harnstoff zur Beurteilung der Nierenfunktion sind nicht gerechtfertigt. Die Harnstoffkonzentration ist starkvon Proteinzufuhr, Katabolismus (Proteinabbau) und Diurese abhängig. Sensitivität und Spezifität zur Beurteilung der Nierenfunktion sind geringer als bei Kreatinin. Erhöhte Konzentrationen erst bei Einschränkung der Nierenfunktion auf < 25%. Erhöhte BUN-Werte also bei schwerer Niereninsuffizienz, praerenaler Azotämie mit vermindertem EZV (Blutungen, Erbrechen, Diarrhoe, Verbrennungen, mangelnder Flüssigkeitszufuhr), postrenaler Azotämie (Okklusion der Uretheren, Blase oder Urethra hier steigt BUN stärker als Kreatinin im Serum) und bei kataboler Stoffwechsellage bzw. hoher Proteinzufuhr.
LOINC:
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